Winterspecial

Mit Hund auf Skitour und Loipe


Dieses Jahr freuen sich alle Wintersportler in Bayern über unseren Schneereichtum! Für sportliche Zwei- und Vierbeiner heißt es also –  raus in die Natur!! Warum also nicht den Hund auch mit auf die Skitour nehmen oder mit zum Langlaufen!? Beides kann einen riesigen Spaß für alle bedeuten, jedoch gibt es einiges zu beachten!


Der Plan

Zunächst einmal ist es wichtig, sich zu überlegen, wie das Ganze ablaufen soll! Denn meistens genießt man die optimalen Bedingungen nicht alleine. Oberste Priorität heißt also, dass der Hund unter Kontrolle stehen muss, damit sich niemand gestört fühlt, denn nicht nur andere Sportler sind unterwegs, sondern auch Wild, welches im Winter besonders stressanfällig ist.

  • Das heißt, der Hund sollte bei der Skitour immer in der Nähe seiner Menschen bleiben.

    Ich persönlich bevorzuge einen Abstand von ca. 2-5 Meter. Je nach Begebenheiten vor, neben, oder hinter mir. Bei der Abfahrt bevorzuge ich, dass meine Hündin mit Abstand hinter mit bleibt, denn mit ihrem jugendlichen Gemüt wäre sonst ein Flitzer quer über Wald und Wiesen vorprogrammiert und nicht jeder freut sich, wenn plötzlich ein großer Hund an ihm vorbeischießt! 

    Auf den meisten Loipen in unserer Nähe herrscht mittlerweile leider Hundeverbot, was man wohl akzeptieren muss. Auf den wenigen hundefreundlichen Loipen sollte man also tunlichst darauf achten, dass es so bleibt und auch hier den vierbeinigen Partner immer um sich lassen. Zusätzlich sollte man den Hund auch nicht in der präparierten Spur laufen lassen, sondern lieber schräg vor, neben oder hinter einem.

    Das alles klingt jetzt nach viel Arbeit! Aber auch hier zählt: die Lorbeeren erntet man später! Je genauer man am Anfang alles aufbaut, umso lockerer kann man es später nehmen!

  • Wie baue ich die Kommandos auf ?

    Am Besten beginnt man im Flachen bzw. zu Hause in gewohnter Umgebung und muss es dann am Berg, oder auf der Loipe lediglich anpassen.

    Hier erkläre ich den Aufbau meiner Kommandos, die sich für mich und meine Hunde bewährt haben.

    "Bleib da"

    • Ich beschreibe es immer als "lockeres Fuß". Der Hund läuft neben mir und darf seine Körperlänge vor mir gehen. Ich kann ihn also immer berühren. Schnüffeln und mal kurz Markieren erlaube ich im Gegensatz zum Fußkommando. 

    Aufbau:

    • Der Hund ist mit oder ohne Leine neben der Person im Sitz, man gibt das Kommando und geht los. 
    • Solange der Hund im richtigen Abstand läuft, wird gelobt, oder er wird mit Leckerlis im richtigen Radius gehalten. 
    • Sobald der Hund einen zu weit überholt, dreht man sich mit dem Vorderkörper zum Hund und stoppt ihn. 
    • Man beginnt von vorne und wiederholt dies bei jedem Überholversuch! Die meisten Hunde lernen sehr schnell, dass es nur weitergeht, wenn sie da bleiben.

“Hinter”

  • Der Hund läuft hinter mir. 

Aufbau:

  • Ähnlicher Aufbau zum “bleib da”. Man kann auch gut mit der Hand dem Hund zeigen, bleib hinten und sobald er zu weit vorkommt, bleibt man stehen und bringt ihn wieder in die richtige Position. 
  • Als Belohnung kann man ein Leckerli oder ein Spielzeug nach hinten werfen. 
  • Funktioniert das Ganze beim Spaziergang, kann man als Vorbereitung zum Skifahren das gleiche am Rad bzw. beim Mountainbiken üben. Denn der Geschwindigkeitsfaktor spielt bei vielen Hunden eine Rolle!
  •  

“Nicht so weit”

  • Mein Hund hält einen 5 Meterabstand vor mir ein. Schnüffeln und Markieren ist erlaubt.

Das ist das Kommando, was am Längsten dauert zu trainieren. 

Aufbau:

  • Am Besten beginnt man mit einer 5 Meter Schleppleine und jedes Mal, wenn der Hund kurz vor Ende der Leine ist , gibt man das Kommando und bleibt stehen, dreht sich der Hund um oder kommt ein Stück zurück, geht man weiter. 
  • Irgendwann funktioniert das auch ohne Leine und der Hund hält diesen Radius von sich, oder mit wenigen Erinnerungen ein

Meine Hündin hat ein etwas anderes Distanzgefühl als ich und hat ohne Einschränkungen einen Radius von bis zu 25 Meter und das ist mit einfach oft zu weit. 

Natürlich gibt es Hunde, die von sich aus gerne in der Nähe ihres Menschen bleiben, die brauchen so ein Kommando nicht! Man kann dieses Kommando auch umgehen, indem man den Hund immer zwischen zwei Menschen gehen lässt und der Vordermann den Hund nicht vorbeilässt.

Rückruf: 

Ein zuverlässiger Rückruf ist natürlich auch beim Wintersport das A und O! Wenn ihr mehr zu den verschiedenen Trainingsmöglichkeiten erfahren wollt, könnt ihr euch sicher bei Sarah Tipps und Tricks holen!

Die Distanzkommandos sind übrigens auch im Sommer beim Sport in den Bergen oder in wildreichen Gebieten sehr zu empfehlen und können eine super Hilfe im Antijagdtraining sein! Diese Themen bieten aber genügend Potential für eigene Blogbeiträge ! Vielleicht etwas für den nächsten “WünschdirwasSonntag” auf Instagram?

 

Gesundheitstipps

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gesundheit unserer Hunde!

Jedes Jahr kommt es zu Verletzungen, bis hin zu Sehnendurchtrennungen durch Ski oder Snowboard! Deswegen müssen die Hunde lernen, dass diese ein „No go“ sind! 

  • Die Skistöcke können als Abstandhalter dienen und man selber sollte wirklich immer ein Auge darauf haben!! 
  • Es empfiehlt sich, den Hund bei steilen Stücken vorne laufen zu lassen, oder neben dem Menschen auf der “bergauf” Seite, um Verletzungen durch Abrutschen zu vermeiden! 
  • Für die Gelenke und Muskeln ist eine Skitour (insbesondere die Abfahrt) eine sehr große Belastung und wie wir, sollten unsere Hunde nicht unaufgewärmt und untrainiert in eine Monstertour starten! 
  • Für ältere, junge oder angeschlagene Vierbeiner ist somit Langlaufen eventuell die bessere Wahl. 

Als mein alter Hund nicht mehr durfte und meine Junge noch nicht, bin ich zum Beispiel eine Skitour mit Schneeschuhen mitgegangen und wieder langsam runter! Macht auch total viel Spaß und alle können mit! 

  • Wenn der Hund plötzlich lahmt, ist es häufig der Grund, dass zu viel Schnee zwischen den Zehen steckt und/oder vielleicht eingefroren ist! Meistens schafft ein Entfernen sofortige Abhilfe. Manche Hunde haben damit ständig Probleme, hier kann man die Haare im Zehenzwischenbereich kürzen und Vaseline anbringen.
  • Ein kleines Erste Hilfe Set mitzuführen kann nie schaden, es kann zum Beispiel beinhalten: 2-3 Gaze Tupfer, eine Rolle Verbandswatte, eine Rolle selbstklebendes Peha-Haft für einen schnellen (Druck)verband und für Ballen- oder Zehenverletzungen einen gutsitzenden Schuh
  • Eine kleine Gipfelbrotzeit in Form eines Leckerlis gehört natürlich dazu, jedoch sollte der Hund kurz vor der Abfahrt sich nicht den Bauch voll schlagen, sonst besteht eine erhöhte Gefahr einer Magendrehung, bzw. fällt es sicher schwer, mit so einem vollen Magen den Berg runter zu rennen. 
  • Viele Hunde fressen auch gerne Schnee, was zu Erbrechen und Durchfall führen kann, deswegen sollte man ihnen immer genügend Wasser anbieten und zu viel Schnee fressen, verbieten. Man kann auch ein paar Brocken Futter in den Wassernapf geben und so die Tiere zum Trinken animieren. 
  • Hunde die schnell frieren, freuen sich eventuell über einen Mantel! 
  • Nach der getanen Arbeit kann man noch eine kleine Schrittrunde zum Runterkommen einbauen und viele ziehen ihren Hunden einen Mantel über, bevor es ins kalte Auto zurückgeht. Das Meiste gilt hier natürlich auch für die Langläufer unter euch!
 

Worauf solltet ihr bei dem ersten Ausflug achten?

 

 

Die Planung: Weniger ist mehr! Schaut euch erstmal nach einer kleinen übersichtlichen Tour um! 

 

 

Eine Abfahrt auf einer betriebenen Skipiste sollte unbedingt auch später vermieden werden, oder zumindest so geplant werden, dass man nach der letzten Gondel die Piste befährt!

 

 

Bereitet euch und eure Begleiter darauf vor, dass ihr mehr Zeit brauchen werdet und immer wieder stoppen müsst! Zum Loben oder zum Verbessern! 

 

 

  • Jeder sollte bereit sein, auf den Vierbeiner zu achten und seine Bedürfnisse etwas zurück zu schrauben, damit am Ende nicht die einen genervt sind und ihr und euer Hund gestresst! Lieber erstmal in einer kleinen Gruppe üben und später als eingespieltes Team stehen euch alle Möglichkeiten offen!

 

 

  • Die ersten Minuten könnt ihr an einer 5 Meter Leine schauen, wie es läuft, wie ihr und euer Hund euch am wohlsten fühlt und je nach dem, dann die Leine auch weglassen. Besonders aufgeweckten Hunden kann es helfen, die ersten Male an der Leine zu bleiben, um zu lernen, dass man dableiben muss und dass es ja gar nicht so aufregend ist.

 

 

  • Wenn es gut klappt, nicht das Loben vergessen! <3

 

 

  • Die Geschwindigkeit beim Runterfahren kann viele Hunde extrem Pushen! Es ist  total unangenehm, wenn einem bei einer schwierigen Abfahrt ein kläffender Hund um die Ohren springt! Wer bei seinem Hund so ein Verhalten vermutet, oder zum Beispiel vom Mountainbiken kennt, kann sich langsam ran tasten!
  • Den Hund erstmal sitzen lassen, ein kleines Stück fahren, Stoppen, Hund rufen, Loben… das Ganze ein paar Mal wiederholen und langsam in ein gemeinsames Bewegen übergehen lassen und die Geschwindigkeit erhöhen! Wenn der Hund aufdreht oder versucht zu überholen, wieder einen Schritt zurück! 
 
Eine andere Möglichkeit zum Abfahren ist, dass eine Person vor fährt und der Vierbeiner mit genügend Abstand hinterher geschickt wird und dann die nächste Person losfährt! Aber Obacht! Manche Hunde werden so extrem schnell und können den Vordermann einholen, deswegen muss dieser immer wieder einen Blick nach hinten werfen, um Verletzungen zu vermeiden!

Ist man erstmal eingespielt, gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als gemeinsam durch den Schnee zu düsen!

 

 

Wie überall gilt, dass es nicht die EINE Methode für jedes Mensch-Hunde-Team gibt! Wichtig ist, dass ihr und euer Hund euch wohl fühlt und die Gefahren für euch und alle anderen so klein wie möglich gehalten werden!

 

 

Ich hoffe, ich konnte euch hier ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg geben und wünsche euch gutes Gelingen, viel Power und eine Menge Spaß da draußen!!!

 

 

Zu meiner Person: Ich heiße Theresa Palecek, studiere Tiermedizin und möchte mich später auf die Verhaltenstherapie spezialisieren. In der Freizeit bin ich am Liebsten mit meiner 2 jährigen Huskyhündin “Fanta” in der Natur unterwegs!

Theresa

Zu meiner Person: Ich heiße Theresa Palecek, studiere Tiermedizin und möchte mich später auf die Verhaltenstherapie spezialisieren. In der Freizeit bin ich am Liebsten mit meiner 2 jährigen Huskyhündin "Fanta" in der Natur unterwegs!

Theresa

Autor, Tiermedizin Studentin

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