Hundetrainer*in werden – Dein Weg zur Berufung !

Hundetrainer, Verhaltensberater, Hundeverhaltenstherapeut, Mensch-Hund-Coach, Hundepsychologe … 

Was bedeuten diese Ausdrücke eigentlich alle ?! 

Bis auf den Verhaltenstherapeut mit dem Schwerpunkt Hund oder generell Tier, ist keiner der oben genannten Begriffe geschützt. Der Verhaltenstherapeut kann, jedoch nur als Fachrichtung, in einem tiermedizinischen Studium erworben werden.

Das bedeutet, objektiv betrachtet darf sich jeder als Hundetrainer, Verhaltensberater, Mensch-Hund-Coach oder auch Hundepsychologe bezeichnen. 

Jetzt gibt es da aber noch das Tierschutzgesetzt, welches seit 2014 in seinem Paragraph 11 regelt, dass jeder, der gewerblich Hunde ausbildet/trainiert, vor dem Veterinäramt auf seine Sachkunde geprüft werden muss. Diese Prüfung ist in Deutschland teilweise von Stadt zu Stadt unterschiedlich und kostet insgesamt zwischen 300-600 Euro. Ist diese Prüfung abgelegt, darf man als Hundetrainer, Verhaltensberater, Mensch-Hund-Coach, Hundepsychologe oder wie auch immer man sich bezeichnen möchte arbeiten, vorausgesetzt man besucht jährlich, von der Tierärztekammer anerkannte Fortbildungen. 

Warum gibt es jetzt so viele Ausbildungsinstitute, wenn quasi jeder Hundetrainer werden könnte, der die Prüfung beim Veterinäramt besteht?

Die Prüfung vor dem Veterinäramt erfordert ein hohes Niveau an Fachkenntnis, sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis. Theoretische Inhalte sind vor allem aus Bereichen der Hundehaltung, Hundeverhalten, Tiermedizin, Verhaltensbiologie und auch rechtlichen Grundlagen zur Hundehaltung und der gewerblichen Arbeit als Trainer*in

Ohne eine gute Sachkunde in allen Bereichen, ist es nur schwer möglich, diesen Test zu bestehen. Auch die Praxis erfordert ein hohes Maß an Erfahrung im Hundeverhalten und sollte gründlich erlernt/geübt werden.   

Ein Ausbildungsinstitut für Hundetrainer kann dir genau das bieten – Erfahrungen sammeln und Theorie vermitteln. Die meisten Institute sind so aufgebaut, dass die Theorie entweder vor Ort in Seminaren oder aber auch Online von Zuhause erlernt werden kann. Die Praxis wird meistens, in Form von Wochenendseminaren oder auch Praktika abgehalten.  Eine solche Ausbildung kann bis zu 12.000 Euro kosten und dauert 1-2 Jahre. 

Gibt es noch weitere Möglichkeiten, Fachwissen zu erlernen?

Ja. Die Theorie rund um das Hundeverhalten hat ihre Wurzeln in der Verhaltensbiologie und natürlich auch in der Veterinärmedizin. In ganz Deutschland gibt es Weiterbildungsseminare, Symposien und Vorlesungen an Universitäten, die du besuchen kannst.

Dabei liegen Abendvorträge bei etwa 20-40 Euro und theoretische Tagesseminare bei bis zu 100 Euro im Schnitt. Praktische Weiterbildungen in Form von Workshops gibt es in ganz Deutschland zu einer großen Themenbandbreite. Je nach Thema und Bekanntheit des Dozenten kann solch eine Fortbildung von 100 – 1000 Euro kosten. 

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, in einer Hundeschule ein Praktikum zu absolvieren oder zu hospitieren. Jedoch muss auch bei einem Praktikum in einer Hundeschule mit Kosten von 20-50 Euro pro Stunde gerechnet werden. 

Der Akademische Weg

Auch über den akademischen Weg ist es möglich, an Fachwissen in der Theorie und in der Praxis zu gelangen.

Ein Biologiestudium beleuchtet viele Aspekte der Verhaltensbiologie, der Physiologie und auch der Neurobiologie, die für das Verhalten eines Hundes ausschlaggebend seien können. Zudem gibt es die Möglichkeit, Praktika in den Bereichen der Verhaltensbiologie oder Ökologie zu belegen und sich auch dort mit den Hundeartigen zu beschäftigen.

Auch ein Veterinärstudium mit der fachlichen Weiterbildung als Verhaltenstherapeut ist bei geeigneter Qualifikation eine Möglichkeit. 

Wie ihr seht, führen viele Wege zur Berufung Hundetrainer*in. Welcher Weg für dich, der beste ist, musst du selbst entscheiden. Es gibt nicht den EINEN Weg, aber es gibt DEINEN Weg!

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag einmal Licht ins Dunkle bringen. Falls du noch Fragen zu diesem Thema hast, schreibe mir super gerne oder hinterlasse einen Kommentar.

Ich wünsche dir viel Freude auf deinem Weg, welcher es auch sein mag !

Deine Sarah 🙂

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