Clicker-Training

Einige halten ihn für das „Must Have“ im Hundetraining, andere mögen ihn nicht, weil er die emotionale Ebene auf der menschlichen Seite angeblich außen vorlässt. Was der Clicker eigentlich ist und welche Vor- und auch Nachteile er dir im Hundetraining bietet, erkläre ich dir heute.

Was ist der Clicker

Der Clicker ist, wenn richtig konditioniert, ein Sekundärverstärker für deinen Hund. Bedeutet, wenn dein Hund ein erwünschtes Verhalten zeigt und du dieses Verhalten gerne häufiger von deinem Hund sehen möchtest, dann klickst du dieses Verhalten. 

Der Klick gibt deinem Hund die Information, dass das, was er gerade in diesem Moment tut, richtig ist.

Da Verhalten, welches belohnt bzw. einen Vorteil für deinen Hund hat, in gleichen oder ähnlichen Situationen häufiger gezeigt wird, können wir unserem Vierbeiner so viele tolle Sachen beibringen.

Wie funktioniert das?

Der Aufbau des Clickers wird anhand der Klassischen Konditionierung nach Pawlow beigebracht. Dabei ist der Clicker unser „Unbekannter Reiz“ und Futter unser „Bekannter Reiz“. 

Betätigen wir alsozuerst den Clicker und geben unserem Hund dann nach etwa 1-2 Sekunden Futter, führt dies bei einer Wiederholung von etwa 10-20 Durchgängen zu einer Verknüpfung im Gehirn deines Hundes. Dies nennt man dann auch konditioniertes Verhalten. 

Ob der Clicker konditioniert ist, überprüfst du einfach, indem du klickst und kurz wartest, ob dein Hund eine Erwartungshaltung für Futter zeigt z.B. sabbert oder dich fordernd anstupst.

 

Wichtig: Jeder Klick ist ein Versprechen auf eine Belohnung. Dieses Versprechen wird auch dann nicht gebrochen, wenn mal falsch geklickt worden ist.

 

Vorteile

Das Geräusch des Clickers kommt in der Natur und in unserem Alltag selten vor und ist somit nicht vorbelastet 

Der Clicker ist emotionslos und klingt immer gleich
 
Der Clicker ist, sofern man ihn bedienen kann, punktgenauund kann Verhalten aus der Distanz belohnen z.B. ein Vorraus oder die Aufnahme eines Dummys 

Durch den Clicker als Sekundärverstärker überbrücken wir die Zeit bis zur Belohnung. Bedeutet, wenn wir Klicken, werden erste Glückshormone (Dopamin und Serotonin) ausgeschüttet und belohnen somit unseren Hund innerhalb des 2 Sekunden Fensters, in der ein Verhalten bestätigt werden sollte. Wir können danach uns sogar etwas Zeit lassen, unseren Hund mit Futter oder Spielzeug zu belohnen und das erwünschte Verhalten wurde trotzdem gefestigt.

Der Clicker ist relativ günstigund es gibt ihn in verschiedenen Farben und Formen, so dass für Jeden ein passendes Modell dabei ist. 



Nachteile:

Wir müssen, wenn wir trainieren, immer an den Clicker denke nund ihn dabei haben  

Taube Hunde können mit dem Clicker nicht trainiert werden 

Hunde die nur geclickert werden und kein soziales Feedback vom Besitzer bekommen, werden in ihrem Verhalten sehr maschinell und abgestumpft, ähnlich wie Labortiere 

Wie auch bei jedem anderen Trainingstool kann der Clicker bei falscher Anwendung zu unerwünschtem Verhalten führen, z.B. wenn immer der falsche Moment geklickt wurde

Alternativen

Ein Markerwort ist ein beliebiges Wort, welches du im Alltag, wenn möglich nicht oder nur ganz selten benutzt.

Dieses Wort wir genau wie der Clicker konditioniert und dann als Sekundärverstärker eingesetzt. 

Hier ist es Fluch und Segen gleichermaßen, dass wir unsere Emotionen mit ins Training einfließen lassen können. An Tagen wo wir gut drauf sind, unser Hund gut hört und die Sonne scheint, wirkt unser Markerwort sicherlich motivierend. Sind wir aber mal nicht so gut gelaunt oder frustriert, weil unserer Hund einfach das neue Kommando nicht verstehen will, dann hört unser Liebling das leider auch in unserer Stimme und das Markerwort wird verfälscht.

 

Egal ob Clicker oder Markerwort, beides eignet sich als Ergänzung im Hundetraining und ist sicherlich für den ein oder anderen Sportler unter euch nicht mehr weg zu denken.

Auch das Wuschelkind wird von mir ab und an geclickert, trotzdem benutzen wir auch ein Markerwort und können so ganz flexibel im Training agieren.

Nichtsdestotrotz vergesst bitte nicht, dass unsere Hunde keine Maschinen sind, auch durch Streicheleinheiten, ein Lächeln und nette Worte können wir unseren Hunden zeigen, ob sie gerade etwas richtig machen. Wir alle sind soziale Wesen, also nutzen wir doch auch die Möglichkeit, sozial zu handeln!

 

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