Hundetrainer*in werden – Dein Weg zur Berufung !

Hundetrainer, Verhaltensberater, Hundeverhaltenstherapeut, Mensch-Hund-Coach, Hundepsychologe … 

Was bedeuten diese Ausdrücke eigentlich alle ?! 

Bis auf den Verhaltenstherapeut mit dem Schwerpunkt Hund oder generell Tier, ist keiner der oben genannten Begriffe geschützt. Der Verhaltenstherapeut kann, jedoch nur als Fachrichtung, in einem tiermedizinischen Studium erworben werden.

Das bedeutet, objektiv betrachtet darf sich jeder als Hundetrainer, Verhaltensberater, Mensch-Hund-Coach oder auch Hundepsychologe bezeichnen. 

Jetzt gibt es da aber noch das Tierschutzgesetzt, welches seit 2014 in seinem Paragraph 11 regelt, dass jeder, der gewerblich Hunde ausbildet/trainiert, vor dem Veterinäramt auf seine Sachkunde geprüft werden muss. Diese Prüfung ist in Deutschland teilweise von Stadt zu Stadt unterschiedlich und kostet insgesamt zwischen 300-600 Euro. Ist diese Prüfung abgelegt, darf man als Hundetrainer, Verhaltensberater, Mensch-Hund-Coach, Hundepsychologe oder wie auch immer man sich bezeichnen möchte arbeiten, vorausgesetzt man besucht jährlich, von der Tierärztekammer anerkannte Fortbildungen. 

Warum gibt es jetzt so viele Ausbildungsinstitute, wenn quasi jeder Hundetrainer werden könnte, der die Prüfung beim Veterinäramt besteht?

Die Prüfung vor dem Veterinäramt erfordert ein hohes Niveau an Fachkenntnis, sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis. Theoretische Inhalte sind vor allem aus Bereichen der Hundehaltung, Hundeverhalten, Tiermedizin, Verhaltensbiologie und auch rechtlichen Grundlagen zur Hundehaltung und der gewerblichen Arbeit als Trainer*in

Ohne eine gute Sachkunde in allen Bereichen, ist es nur schwer möglich, diesen Test zu bestehen. Auch die Praxis erfordert ein hohes Maß an Erfahrung im Hundeverhalten und sollte gründlich erlernt/geübt werden.   

Ein Ausbildungsinstitut für Hundetrainer kann dir genau das bieten – Erfahrungen sammeln und Theorie vermitteln. Die meisten Institute sind so aufgebaut, dass die Theorie entweder vor Ort in Seminaren oder aber auch Online von Zuhause erlernt werden kann. Die Praxis wird meistens, in Form von Wochenendseminaren oder auch Praktika abgehalten.  Eine solche Ausbildung kann bis zu 12.000 Euro kosten und dauert 1-2 Jahre. 

Gibt es noch weitere Möglichkeiten, Fachwissen zu erlernen?

Ja. Die Theorie rund um das Hundeverhalten hat ihre Wurzeln in der Verhaltensbiologie und natürlich auch in der Veterinärmedizin. In ganz Deutschland gibt es Weiterbildungsseminare, Symposien und Vorlesungen an Universitäten, die du besuchen kannst.

Dabei liegen Abendvorträge bei etwa 20-40 Euro und theoretische Tagesseminare bei bis zu 100 Euro im Schnitt. Praktische Weiterbildungen in Form von Workshops gibt es in ganz Deutschland zu einer großen Themenbandbreite. Je nach Thema und Bekanntheit des Dozenten kann solch eine Fortbildung von 100 – 1000 Euro kosten. 

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, in einer Hundeschule ein Praktikum zu absolvieren oder zu hospitieren. Jedoch muss auch bei einem Praktikum in einer Hundeschule mit Kosten von 20-50 Euro pro Stunde gerechnet werden. 

Der Akademische Weg

Auch über den akademischen Weg ist es möglich, an Fachwissen in der Theorie und in der Praxis zu gelangen.

Ein Biologiestudium beleuchtet viele Aspekte der Verhaltensbiologie, der Physiologie und auch der Neurobiologie, die für das Verhalten eines Hundes ausschlaggebend seien können. Zudem gibt es die Möglichkeit, Praktika in den Bereichen der Verhaltensbiologie oder Ökologie zu belegen und sich auch dort mit den Hundeartigen zu beschäftigen.

Auch ein Veterinärstudium mit der fachlichen Weiterbildung als Verhaltenstherapeut ist bei geeigneter Qualifikation eine Möglichkeit. 

Wie ihr seht, führen viele Wege zur Berufung Hundetrainer*in. Welcher Weg für dich, der beste ist, musst du selbst entscheiden. Es gibt nicht den EINEN Weg, aber es gibt DEINEN Weg!

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag einmal Licht ins Dunkle bringen. Falls du noch Fragen zu diesem Thema hast, schreibe mir super gerne oder hinterlasse einen Kommentar.

Ich wünsche dir viel Freude auf deinem Weg, welcher es auch sein mag !

Deine Sarah 🙂

Auflösen, statt Aufregen! Wie du durch das Auflösekommando besser mit deinem Hund kommunizieren kannst.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum dein Hund die Ablage einfach nicht schafft und immer wieder von selbst aufsteht? Oder du deinen Hund zu dir rufst, er zwar auch kommt, aber sobald er bei dir ist, sich wieder umdreht und wieder von dannen läuft?

Eine Lösung, dass dein Hund ein Kommando sicherer und länger ausführt, ist das Auflösekommando.

Das Auflösekommando ist ein beliebiges Wort, welches deinem Hund signalisiert, dass die Übung, die er gerade ausführt, beendet ist. Immer wenn du dieses Wort sagst, darf dein Hund wieder eine entspannte Haltung einnehmen und sich frei bewegen, er steht sozusagen nicht mehr unter einem Kommando (auch wenn sich das schrecklich anhört :D).

Damit du die Bedeutung leichter verstehen kannst, möchte ich, dass du dir vorstellst, du sitzt in deinem Auto und fährst auf der Autobahn. Plötzlich erscheint ein Schild vor dir mit „80 km/h“, jetzt solltest du, sofern du keinen Strafzettel kassieren möchtest, etwas auf die Bremse drücken und dann die Geschwindigkeit halten. Ein Weilchen fährst du brav deine vorgeschriebene Geschwindigkeit, dann kommt das Schild, welches dir das Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung anzeigt. Erst dann darfst du so schnell fahren, wie du möchtest, oder?

Unser Auflösekommando sagt im Prinzip dasselbe aus, nämlich: „ab jetzt kannst du wieder frei weiter Laufen/Spielen/Schnüffeln etc.“.

Welche Vorteile hat das Auflösekommando?

Dein Hund lernt, wann eine Übung beendet ist. Dadurch entstehen weniger Missverständnisse zwischen Mensch und Hund, weil es klar kommuniziert wird, wann dein Hund wieder frei ist. Es wird somit vermieden, dass dein Hund entscheidet, wie lange er z.B Liegen oder Sitzen muss, was gerade in Obedience Prüfungen sehr hilfreich ist, um Punkte zu erziehlen.

Kann ein Markerwort oder ein Klicker auch ein Auflösekommando sein?

Ja. Auch Markerwort und Clicker können ein Kommando auflösen, sofern wir unseren Hund im Training immer aus der Übung nehmen, wenn wir ihn anschließend belohnen (Mehr zu Clicker und Markertraining hier). Aber Clicker und Marker können auch nur als positives Feedback antrainiert werden – Stichwort „Tertiär Verstärker“ (wie das geht, erkläre ich ein anderes Mal).

Anregungen für Auflösekommandos:

Ok! Frei! Ready! Fertig! Schluss!

Clickern – Was ist das?

In einigen Beiträgen habe ich ihn schon mehrmals erwähnt, aber was kann dieser Clicker eigentlich? 

Einige halten ihn für das „Must Have“ im Hundetraining, andere mögen ihn nicht, weil er die emotionale Ebene auf der menschlichen Seite angeblich außen vorlässt. Was der Clicker eigentlich ist und welche Vor- und auch Nachteile er dir im Hundetraining bietet, erkläre ich dir heute.

Was ist der Clicker eigentlich?

Der Clicker ist, wenn richtig konditioniert, ein Sekundärverstärker für deinen Hund. Bedeutet, wenn dein Hund ein erwünschtes Verhalten zeigt und du dieses Verhalten gerne häufiger von deinem Hund sehen möchtest, dann klickst du dieses Verhalten.

Der Klick gibt deinem Hund die Information, dass das, was er gerade in diesem Moment tut, richtig ist.

Da Verhalten, welches belohnt bzw. einen Vorteil für deinen Hund hat, in gleichen oder ähnlichen Situationen häufiger gezeigt wird, können wir unserem Vierbeiner so viele tolle Sachen beibringen.

Wie funktioniert das?

Der Aufbau des Clickers wird anhand der Klassischen Konditionierung nach Pawlow beigebracht. Dabei ist der Clicker unser „Unbekannter Reiz“ und Futter unser „Bekannter Reiz“.

Betätigen wir also zuerst den Clicker und geben unserem Hund dann nach etwa 1-2 Sekunden Futter, führt dies bei einer Wiederholung von etwa 10-20 Durchgängen zu einer Verknüpfung im Gehirn deines Hundes. Dies nennt man dann auch konditioniertes Verhalten.

Ob der Clicker konditioniert ist, überprüfst du einfach, indem du klickst und kurz wartest, ob dein Hund eine Erwartungshaltung für Futter zeigt z.B. sabbert oder dich fordernd anstupst.

Die Vorteile:

  • Das Geräusch des Clickers kommt in der Natur und in unserem Alltag selten vor und ist somit nicht vorbelastet 
  • Der Clicker ist emotionslos und klingt immer gleich 
  • Der Clicker ist, sofern man ihn bedienen kann, punktgenau und kann Verhalten aus der Distanz belohnen z.B. ein Vorraus oder die Aufnahme eines Dummys 
  • Durch den Clicker als Sekundärverstärker überbrücken wir die Zeit bis zur Belohnung. Bedeutet, wenn wir Klicken, werden erste Glückshormone (Dopamin und Serotonin) ausgeschüttet und belohnen somit unseren Hund innerhalb des 2 Sekunden Fensters, in der ein Verhalten bestätigt werden sollte. Wir können danach uns sogar etwas Zeit lassen, unseren Hund mit Futter oder Spielzeug zu belohnen und das erwünschte Verhalten wurde trotzdem gefestigt. 
  • Der Clicker ist relativ günstig und es gibt ihn in verschiedenen Farben und Formen, so dass für Jeden ein passendes Modell dabei ist.

Nachteile:

  • Wir müssen, wenn wir trainieren, immer an den Clicker denken und ihn dabei haben 
  • Taube Hunde können mit dem Clicker nicht trainiert werden 
  • Hunde die nur geclickert werden und kein soziales Feedback vom Besitzer bekommen, werden in ihrem Verhalten sehr maschinell und abgestumpft, ähnlich wie Labortiere 
  • Wie auch bei jedem anderen Trainingstool kann der Clicker bei falscher Anwendung zu unerwünschtem Verhalten führen, z.B. wenn immer der falsche Moment geklickt wurde

Wichtig: Jeder Klick ist ein Versprechen auf eine Belohnung. Dieses Versprechen wird auch dann nicht gebrochen, wenn mal falsch geklickt worden ist.

Alternativen:

Natürlich gibt es auch für den Clicker mehrere Alternativen, eine ist das Markerwort.

Was ist das Markerwort?

Ein Markerwort ist ein beliebiges Wort, welches du im Alltag, wenn möglich nicht oder nur ganz selten benutzt.

Dieses Wort wir genau wie der Clicker konditioniert und dann als Sekundärverstärker eingesetzt.

Hier ist es Fluch und Segen gleichermaßen, dass wir unsere Emotionen mit ins Training einfließen lassen können. An Tagen wo wir gut drauf sind, unser Hund gut hört und die Sonne scheint, wirkt unser Markerwort sicherlich motivierend. Sind wir aber mal nicht so gut gelaunt oder frustriert, weil unserer Hund einfach das neue Kommando nicht verstehen will, dann hört unser Liebling das leider auch in unserer Stimme und das Markerwort wird verfälscht.

Egal ob Clicker oder Markerwort, beides eignet sich als Ergänzung im Hundetraining und ist sicherlich für den ein oder anderen Sportler unter euch nicht mehr weg zu denken.

Auch das Wuschelkind wird von mir ab und an geclickert, trotzdem benutzen wir auch ein Markerwort und können so ganz flexibel im Training agieren.

Nichtsdestotrotz vergesst bitte nicht, dass unsere Hunde keine Maschinen sind, auch durch Streicheleinheiten, ein Lächeln und nette Worte können wir unseren Hunden zeigen, ob sie gerade etwas richtig machen. Wir alle sind soziale Wesen, also nutzen wir doch auch die Möglichkeit, sozial zu handeln!

10 Mythen rund um die Hundeerziehung

Die Top 10 Mythen der Hundeerziehung

Hach schön!

Nach einer kleinen Bloggerpause melde ich mich heute zurück und zwar mit einem Thema, was bei euch auf Instagram großen Anklang fand: MYTHEN.

Hundeforen, Facebook, Instagram, Bücher, Hundetrainer, Tierärzte, Fachzeitschriften, Klatschblätter, Fernsehsendungen etc. der Informationsmarkt in Sachen Hund ist riesig. Ob das nun gut oder schlecht ist, lassen wir mal dahingestellt. Mir ist wichtig, dass du alles was du liest, hörst und siehst IMMER hinterfragst und NIE ohne darüber nachzudenken handelst. Das gilt auch für ALLE meine Beiträge hier. Ob Experte oder Laie, das Wissen über Hunde ist genauso wenig statisch, wie das Wissen über unsere eigene Art, deshalb bitte ich dich, nachfolgende Mythen nicht in Stein gemeißelt zu sehen, sondern als Denkanstoß.

Hier sind sie nun aber, die Top 10 der aktuellen Hundemythen:

1. Welpen haben Welpenschutz

Fakt ist, es gibt eine Art Welpenschutz in der eigenen Sozialen Gruppe. Das eigene Genmaterial wird geschützt, nicht jedoch fremdes Genmaterial. Fremde Welpen können bei Hunden sogar als Konkurrenz angesehen werden, was im schlimmsten Fall auch zum Angriff führen kann. Ist der Welpe also nicht mehr im Familienverbund (sprich: Mutter ggf. Vater und Geschwister), gilt keine Form von Welpenschutz. 

2. Hunde dürfen Zerrspiele niemals gewinnen

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass gewonnene Zerrspiele dem Hund ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber seines Besitzers vermitteln. Das stimmt nicht so ganz! Wenn du und dein Hund eine gute Beziehung oder sogar eine Bindung zueinander habt, dann versteht dein Hund, dass es ein Spiel ist und kein Wegnehmen einer Ressource. Ein ausgelassenes Spiel besteht immer aus einem Wechsel zwischen gewinnen und verlieren. Warum sollte dein Hund immer der Verlierer sein? Durch einen Gewinn wird bei deinem Hund sein Selbstwertgefühl bestätigt und verbindet gleichzeitig eine positive Emotion mit dir und diesem Spiel. Lasse ihn also ruhig auch mal triumphieren!

3. Dein Hund muss immer hinter dir laufen und darf neue Räume/Gegenden immer erst nach dir betreten

Wissenschaftliche Feldforschungen an Wölfen (z.B. Bloch) zeigen, dass Laufpositionen und Statusrang nicht gleichzusetzten oder abhängig voneinander sind. Es kann ganz unterschiedliche Gründe haben, warum ein Tier voran läuft und ein anderes das Schlusslicht bildet. Beispiele dafür wären: Kraft, bessere Ausdauer, Mut oder Neugierde. Es bringt dir also keinen Vorteil in deiner Machtposition, wenn du deinen Hund immer hinter dir laufen lässt. Rituale, dass dein Hund erst nach dir die Haustür verlässt, sind aus Sicht der Sicherheit für deinen Hund jedoch durchaus sinnvoll. Wichtig ist, deine Vorläuferposition hat rein gar nichts mit deiner Stellung gegenüber deinem Hund zu tun. 

4. Belohnen mit Leckerlies sollte man vermeiden

Ein Streitthema bei vielen Hundetrainern. Dazu möchte ich dir einen Denkanstoß geben: Wann lohnt es sich, für deinen Hund eine Änderung in seinem Verhalten auszuführen? Diese Frage ist individuell für jeden Hund, aber auch für jede Situation, in der du mit deinem Hund bist. In dem Wort „Belohnung“ steckt das Wort „Lohn“. Eine Verhaltensänderung wird immer nur ausgeführt, wenn durch die Änderung für den Hund eine Verbesserung entsteht. Mag dein Hund also keine Leckerlies, dann lohnt es sich, dafür sein Verhalten zu ändern. Mag er Leckerlies, ist es sicherlich ein guter Anreiz, seine Situation zu verbessern. Genauso gut kannst du deinen Hund aber auch mit Spiel oder Zuneigung belohnen, auch aus dem Grund, dass Futter endlich ist und dein Hund irgendwann satt sein wird. Tipp von mir: Finde zwei Belohnungen, die für deinen Hund belohnend sind und kombiniere sie. Du kennst deinen Hund am besten!

5. Alte Hunde können nichts mehr lernen

Getreu nach dem Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“. Wäre ja eine schöne Ausrede, für alle, die einen Hund erst im höheren Alter bei sich aufnehmen, stimmt aber nicht. Schon mal was von „erneuerbaren Zellen“ gehört? Gerade Zellen im Hippocampus (Lernzentrum) sind unglaublich plastisch, d.h. sie erneuern und verändern sich, demnach kann auch ein alter Hund neues Lernen und ist immer noch in der Lage, trainiert zu werden. Was nicht bedeuten soll, dass es ein leichter Weg ist, gerade bei unerwünschten Verhaltensweisen, mit dem der Hund schon etliche Male Erfolg hatte, können sehr hartnäckig sein und man sollte einen Trainer zu Rate ziehen.

6. Die klären das unter sich

Ich hoffe an dieser Stelle, dass es mittlerweile kein Mythos mehr ist, sondern dass dieser Satz bei mittlerweile allen Hundebesitzern die Alarmglocken klingeln lässt. 

Für alle, die noch an diesem Satz festhalten: Was sollen sie denn regeln ? 

Ich hoffe, allen ist klar, dass man bei einer Auseinandersetzung zwischen Hunden eingreifen kann, darf und auch sollte, sofern die Situation aus dem Ruder läuft. Mal abgesehen davon, dass ein kleiner 4kg Hund wohl kaum gegen einen 40kg Hund etwas entgegenzusetzten hat.

7. Hunde müssen immer freundlich zueinander sein, ansonsten haben sie ein Verhaltensproblem

Ok. Frage: Magst du jeden Menschen? Hast du dich schon einmal mit wem gestritten? Warum sollen unsere Hunde jeden anderen Hund mögen? Es gibt auch bei unseren Fellnasen Sympathien und eben auch nicht. Wichtig ist, zu wissen, dass es auch situationsabhängig ist. Alter, Gesundheit, Geschlecht, Hormonstatus, alles Dinge, die Freunde zu Feinden werden lassen können. Beobachte deinen Hund und du wirst schnell merken, mit wem er kann und mit wem eben auch nicht. 

8. Hunde dürfen nicht mit in Bett, da du ihn sonst zum Chef machst!

Ein Rangordnungsproblem kann vielen Gründen zu Grunde liegen, jedoch entsteht es nicht daraus, dass du deinen Hund bei dir schlafen lässt. Hunde entscheiden sich in der Regel dafür, aufs Bett oder Sofa zu springen, da sie es genauso bequem finden, wie du auch. In der Regel fördert ein Kontaktliegen mit deinem Hund sogar eure Bindung! Es ist also kein Drama, solange du möchtest, dass dein Hund dir im Bett oder auf dem Sofa Gesellschaft leistet. Eine neue Studie hat sogar herausgefunden, dass Frauen besser schlafen, wenn ein Hund im Bett schläft. 

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9. Ein Brustgeschirr ist besser als ein Halsband

Ein Thema über das sich sicherlich viele Tierärzte und Hundetrainer streiten. Dazu möchte ich hier auch gar nicht viel ansprechen, denn ich bin keine Tierärztin! Fakt ist, das Brustgeschirr wurde ganz ursprünglich dafür verwendet, dass Hunde damit ziehen z.B. einen Schlitten. Fakt ist auch, dass ein Geschirr das Zuggewicht über den Körper gleichmäßig verteilt und ein Halsband eben nicht. Somit übt das Halsband bei hohem Zug Kraft auf die Halswirbelsäule aus. Zieht dein Hund stark, liegt es also ganz bei dir, ob du es ihm schlicht weg abtrainierst, dann wird auch ein Halsband deinem Hund keinen Schaden zuführen oder ob du dich entscheidest ein Geschirr anzulegen. Was nicht bedeutet, dass man Ziehen nicht auch mit Geschirr abtrainieren kann. Es ist dein Hund, du entscheidest. Besser oder schlechter möchte ich hier nicht werten, ich benutze beides!

10. Hunde die knurren sind aggressiv

Manchmal müssen wir Menschen uns einfach von unserem Bedürfnis nach Harmonie trennen und uns eingestehen, dass auch unsere Hunde Missgefallen einen Ausdruck verleihen dürfen. Wie sollen sie uns sonst zeigen, dass ihnen etwas nicht gefällt? Sprechen können sie nicht! Das Knurren und Zähne fletschen ist eine Warnung, dass ein anderer Hund oder auch wir etwas tun, was Missgefallen bei unserem Hund auslöst. Das können sein: Schmerzen, Distanzunterschreitung etc. Wichtig hierbei ist, es darf nicht in Aggression umschlagen! Den Hund lesen zu lernen ist dabei sehr wichtig. Bist du dir unsicher, solltest du also einen Trainer zu Rate ziehen!

Das waren nun die Top 10 Mythen rund um den Hund. Ich hoffe, du konntest dir so einen guten Überblick verschaffen. Falls du mehr Informationen zu einzelnen Themen möchtest, schaue doch einmal in meiner Bücherliste vorbei. Dort findest du fast alle Quellen zu meinen Artikeln hier im Blog!

Liebe Grüße

Sarah

Mit Hund auf Skitour und Loipe – Tipps von Theresa und Fanta

Ein Beitrag von Theresa Palecek

Dieses Jahr freuen sich alle Wintersportler in Bayern über unseren Schneereichtum! Für sportliche Zwei- und Vierbeiner heißt es also –  raus in die Natur!! Warum also nicht den Hund auch mit auf die Skitour nehmen oder mit zum Langlaufen!? Beides kann einen riesigen Spaß für alle bedeuten, jedoch gibt es einiges zu beachten!

Zunächst einmal ist es wichtig, sich zu überlegen, wie das Ganze ablaufen soll! Denn meistens genießt man die optimalen Bedingungen nicht alleine. Oberste Priorität heißt also, dass der Hund unter Kontrolle stehen muss, damit sich niemand gestört fühlt, denn nicht nur andere Sportler sind unterwegs, sondern auch Wild, welches im Winter besonders stressanfällig ist.

Das heißt, der Hund sollte bei der Skitour immer in der Nähe seiner Menschen bleiben.

Ich persönlich bevorzuge einen Abstand von ca. 2-5 Meter. Je nach Begebenheiten vor, neben, oder hinter mir. Bei der Abfahrt bevorzuge ich, dass meine Hündin mit Abstand hinter mit bleibt, denn mit ihrem jugendlichen Gemüt wäre sonst ein Flitzer quer über Wald und Wiesen vorprogrammiert und nicht jeder freut sich, wenn plötzlich ein großer Hund an ihm vorbeischießt!

Auf den meisten Loipen in unserer Nähe herrscht mittlerweile leider Hundeverbot, was man wohl akzeptieren muss. Auf den wenigen hundefreundlichen Loipen sollte man also tunlichst darauf achten, dass es so bleibt und auch hier den vierbeinigen Partner immer um sich lassen. Zusätzlich sollte man den Hund auch nicht in der präparierten Spur laufen lassen, sondern lieber schräg vor, neben oder hinter einem.

Das alles klingt jetzt nach viel Arbeit! Aber auch hier zählt: die Lorbeeren erntet man später! Je genauer man am Anfang alles aufbaut, umso lockerer kann man es später nehmen!

Wie baue ich all diese Kommandos auf?

Am Besten beginnt man im Flachen bzw. zu Hause in gewohnter Umgebung und muss es dann am Berg, oder auf der Loipe lediglich anpassen.

Hier erkläre ich den Aufbau meiner Kommandos, die sich für mich und meine Hunde bewährt haben.

„Bleib da“

  • Ich beschreibe es immer als „lockeres Fuß“. Der Hund läuft neben mir und darf seine Körperlänge vor mir gehen. Ich kann ihn also immer berühren. Schnüffeln und mal kurz Markieren erlaube ich im Gegensatz zum Fußkommando. 

Aufbau:

  • Der Hund ist mit oder ohne Leine neben der Person im Sitz, man gibt das Kommando und geht los.
  • Solange der Hund im richtigen Abstand läuft, wird gelobt, oder er wird mit Leckerlis im richtigen Radius gehalten.
  • Sobald der Hund einen zu weit überholt, dreht man sich mit dem Vorderkörper zum Hund und stoppt ihn.
  • Man beginnt von vorne und wiederholt dies bei jedem Überholversuch! Die meisten Hunde lernen sehr schnell, dass es nur weitergeht, wenn sie da bleiben.

„Hinter“

  • Der Hund läuft hinter mir. 

Aufbau:

  • Ähnlicher Aufbau zum „bleib da“. Man kann auch gut mit der Hand dem Hund zeigen, bleib hinten und sobald er zu weit vorkommt, bleibt man stehen und bringt ihn wieder in die richtige Position.
  • Als Belohnung kann man ein Leckerli oder ein Spielzeug nach hinten werfen.
  • Funktioniert das Ganze beim Spaziergang, kann man als Vorbereitung zum Skifahren das gleiche am Rad bzw. beim Mountainbiken üben. Denn der Geschwindigkeitsfaktor spielt bei vielen Hunden eine Rolle!

„Nicht so weit“

  • Mein Hund hält einen 5 Meterabstand vor mir ein. Schnüffeln und Markieren ist erlaubt.

Das ist das Kommando, was am Längsten dauert zu trainieren. 

Aufbau:

  • Am Besten beginnt man mit einer 5 Meter Schleppleine und jedes Mal, wenn der Hund kurz vor Ende der Leine ist , gibt man das Kommando und bleibt stehen, dreht sich der Hund um oder kommt ein Stück zurück, geht man weiter.
  • Irgendwann funktioniert das auch ohne Leine und der Hund hält diesen Radius von sich, oder mit wenigen Erinnerungen ein

Meine Hündin hat ein etwas anderes Distanzgefühl als ich und hat ohne Einschränkungen einen Radius von bis zu 25 Meter und das ist mit einfach oft zu weit.

Natürlich gibt es Hunde, die von sich aus gerne in der Nähe ihres Menschen bleiben, die brauchen so ein Kommando nicht! Man kann dieses Kommando auch umgehen, indem man den Hund immer zwischen zwei Menschen gehen lässt und der Vordermann den Hund nicht vorbeilässt.

Rückruf:

Ein zuverlässiger Rückruf ist natürlich auch beim Wintersport das A und O! Wenn ihr mehr zu den verschiedenen Trainingsmöglichkeiten erfahren wollt, könnt ihr euch sicher bei Sarah Tipps und Tricks holen!

Die Distanzkommandos sind übrigens auch im Sommer beim Sport in den Bergen oder in wildreichen Gebieten sehr zu empfehlen und können eine super Hilfe im Antijagdtraining sein! Diese Themen bieten aber genügend Potential für eigene Blogbeiträge ! Vielleicht etwas für den nächsten „WünschdirwasSonntag“ auf Instagram?

Gesundheitstipps

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gesundheit unserer Hunde!

Jedes Jahr kommt es zu Verletzungen, bis hin zu Sehnendurchtrennungen durch Ski oder Snowboard! Deswegen müssen die Hunde lernen, dass diese ein „No go“ sind!

  • Die Skistöcke können als Abstandhalter dienen und man selber sollte wirklich immer ein Auge darauf haben!!
  • Es empfiehlt sich, den Hund bei steilen Stücken vorne laufen zu lassen, oder neben dem Menschen auf der „bergauf“ Seite, um Verletzungen durch Abrutschen zu vermeiden! 
  • Für die Gelenke und Muskeln ist eine Skitour (insbesondere die Abfahrt) eine sehr große Belastung und wie wir, sollten unsere Hunde nicht unaufgewärmt und untrainiert in eine Monstertour starten!
  • Für ältere, junge oder angeschlagene Vierbeiner ist somit Langlaufen eventuell die bessere Wahl. 

Als mein alter Hund nicht mehr durfte und meine Junge noch nicht, bin ich zum Beispiel eine Skitour mit Schneeschuhen mitgegangen und wieder langsam runter! Macht auch total viel Spaß und alle können mit! 

  • Wenn der Hund plötzlich lahmt, ist es häufig der Grund, dass zu viel Schnee zwischen den Zehen steckt und/oder vielleicht eingefroren ist! Meistens schafft ein Entfernen sofortige Abhilfe. Manche Hunde haben damit ständig Probleme, hier kann man die Haare im Zehenzwischenbereich kürzen und Vaseline anbringen.
  • Ein kleines Erste Hilfe Set mitzuführen kann nie schaden, es kann zum Beispiel beinhalten: 2-3 Gaze Tupfer, eine Rolle Verbandswatte, eine Rolle selbstklebendes Peha-Haft für einen schnellen (Druck)verband und für Ballen- oder Zehenverletzungen einen gutsitzenden Schuh
  • Eine kleine Gipfelbrotzeit in Form eines Leckerlis gehört natürlich dazu, jedoch sollte der Hund kurz vor der Abfahrt sich nicht den Bauch voll schlagen, sonst besteht eine erhöhte Gefahr einer Magendrehung, bzw. fällt es sicher schwer, mit so einem vollen Magen den Berg runter zu rennen.
  • Viele Hunde fressen auch gerne Schnee, was zu Erbrechen und Durchfall führen kann, deswegen sollte man ihnen immer genügend Wasser anbieten und zu viel Schnee fressen, verbieten. Man kann auch ein paar Brocken Futter in den Wassernapf geben und so die Tiere zum Trinken animieren.
  • Hunde die schnell frieren, freuen sich eventuell über einen Mantel!
  • Nach der getanen Arbeit kann man noch eine kleine Schrittrunde zum Runterkommen einbauen und viele ziehen ihren Hunden einen Mantel über, bevor es ins kalte Auto zurückgeht. Das Meiste gilt hier natürlich auch für die Langläufer unter euch!

Worauf solltet ihr bei dem ersten Ausflug achten?

Die Planung: Weniger ist mehr! Schaut euch erstmal nach einer kleinen übersichtlichen Tour um! 

Eine Abfahrt auf einer betriebenen Skipiste sollte unbedingt auch später vermieden werden, oder zumindest so geplant werden, dass man nach der letzten Gondel die Piste befährt!

Bereitet euch und eure Begleiter darauf vor, dass ihr mehr Zeit brauchen werdet und immer wieder stoppen müsst! Zum Loben oder zum Verbessern!

  • Jeder sollte bereit sein, auf den Vierbeiner zu achten und seine Bedürfnisse etwas zurück zu schrauben, damit am Ende nicht die einen genervt sind und ihr und euer Hund gestresst! Lieber erstmal in einer kleinen Gruppe üben und später als eingespieltes Team stehen euch alle Möglichkeiten offen!
  • Die ersten Minuten könnt ihr an einer 5 Meter Leine schauen, wie es läuft, wie ihr und euer Hund euch am wohlsten fühlt und je nach dem, dann die Leine auch weglassen. Besonders aufgeweckten Hunden kann es helfen, die ersten Male an der Leine zu bleiben, um zu lernen, dass man dableiben muss und dass es ja gar nicht so aufregend ist.
  • Wenn es gut klappt, nicht das Loben vergessen! <3
  • Die Geschwindigkeit beim Runterfahren kann viele Hunde extrem Pushen! Es ist  total unangenehm, wenn einem bei einer schwierigen Abfahrt ein kläffender Hund um die Ohren springt! Wer bei seinem Hund so ein Verhalten vermutet, oder zum Beispiel vom Mountainbiken kennt, kann sich langsam ran tasten!
  • Den Hund erstmal sitzen lassen, ein kleines Stück fahren, Stoppen, Hund rufen, Loben… das Ganze ein paar Mal wiederholen und langsam in ein gemeinsames Bewegen übergehen lassen und die Geschwindigkeit erhöhen! Wenn der Hund aufdreht oder versucht zu überholen, wieder einen Schritt zurück! 

Eine andere Möglichkeit zum Abfahren ist, dass eine Person vor fährt und der Vierbeiner mit genügend Abstand hinterher geschickt wird und dann die nächste Person losfährt! Aber Obacht! Manche Hunde werden so extrem schnell und können den Vordermann einholen, deswegen muss dieser immer wieder einen Blick nach hinten werfen, um Verletzungen zu vermeiden!

Der erste Ausflug auf die Loipe kann auch zunächst an der Leine geübt werden und man kann auch hier die Geschwindigkeit langsam steigern.

Ist man erstmal eingespielt, gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als gemeinsam durch den Schnee zu düsen!

Wie überall gilt, dass es nicht die EINE Methode für jedes Mensch-Hunde-Team gibt! Wichtig ist, dass ihr und euer Hund euch wohl fühlt und die Gefahren für euch und alle anderen so klein wie möglich gehalten werden!

Ich hoffe, ich konnte euch hier ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg geben und wünsche euch gutes Gelingen, viel Power und eine Menge Spaß da draußen!!!

Eure Theresa und Fanta

Zu meiner Person: Ich heiße Theresa Palecek, studiere Tiermedizin und möchte mich später auf die Verhaltenstherapie spezialisieren. In der Freizeit bin ich am Liebsten mit meiner 2 jährigen Huskyhündin „Fanta“ in der Natur unterwegs!

Mehr Infos zu Theresa und Fanta findet ihr auf Instagram unter @fantatheoutdog !

Bleib locker! Eurer Weg an der lockeren Leine

Muskelkater nach dem Gassigehen? Angst, den eigenen Hund nicht mehr halten zu können? Schlechtes Gewissen, weil du mit deinem Hund geschimpft hast? Keine Lust auf den nächsten Spaziergang, weil du weißt, heute zieht er mich wieder durch die Nachbarschaft?

Das muss doch nicht sein!

Heute lernst du, wie du schon in wenigen Tagen die ersten Schritte mit deinem Hund an der lockeren Leine gehen kannst.

 Mach dich locker!

Das Hauptproblem, welches sich früher bei mir, wie auch bei den meisten Hundebesitzern zeigt, ist der negative Gedanke oder auch Glaubenssatz genannt.

Schon bevor du die Haustür verlässt, sagst du dir innerlich: „Gleich geht das Gezerre wieder los!“.

Was dann passiert ist, dass dein Körper auf diesen Gedanken reagiert. Dein Atmen wird schneller, deine Muskeln spannen sich an und ganz automatisch, reagierst du auf alle äußeren Reize viel sensibler, als im Normalzustand. Du bist gestresst! 

Die Folge daraus ist, dass dein Hund sofort in der Erwartungshaltung ist, d.h er sucht nach Bewegungsreizen, Gerüchen und Geräuschen, die eventuell etwas mit deiner aktuellen Gefühlslage zu tun haben. Denn warum sollte Frauchen/Herrchen sonst so aufgeregt sein?

Wichtig: Du kannst mit deiner Einstellung, deinen Gedanken und Gefühlen, die Reaktion deines Hundes beeinflussen.

Was kannst du ändern, um die Reaktion deines Hundes positiv zu beeinflussen?

  1. Mach dich locker!
  • Atme tief ein und aus und versuche so, deine Herzschlagfrequenz zu senken. 
  • Sortiere deine Gedanken.
  • Du kannst durch die Unterstützung deines Atems, dir einen neuen Glaubenssatz für den Spaziergang ausdenken. Manchmal reicht es schon, wenn du deine Einstellung gegenüber der Leine änderst.

Beispiele:

Die Leine gibt mir und meinem Hund Sicherheit.

Wir werden heute einen wunderschönen Spaziergang haben und gemeinsam die Natur genießen.

Ich bin dankbar dafür, heute Zeit in der Natur mit meinem Hund zu verbringen.

2. Die Leine unser Freund und Helfer!

  • Wenn sich das Ganze für dich noch ungewohnt anfühlt, kannst du auch im ersten Schritt nur die Atemübung ausführen, um so den Fokus auf deine Atmung, statt auf die negativen Gedanken zu legen.
  • Es gibt Leinen in vielen verschiedenen Formen, Farben, Längen und Breiten. Ich empfehle dir allerdings, im Training eine Leine zu wählen, die sich bequem in der Hand anfühlt und wenig Schnick Schnack hat (Hier findest du meine Empfehlung!). 

Warum? 

Du kannst dir deine Leine nach deinen Wünschen einstellen. Eine sehr gute Empfehlung, die ich von einem Kollegen übernommen habe, ist die Knotentechnik.

Dafür suchst du dir zwei Stellen auf deiner Leine aus, die den Spielraum für deinen Hund darstellen und machst einen Knoten in die Leine. Einen kürzeren Abstand, so dass dein Hund wirklich nah bei dir laufen muss und einen längeren Abstand, der es deinem Hund noch erlaubt, sich ein wenig umzusehen, zu schnüffeln und sich zu lösen.

Knotenpunkte an der 3m Leine!

Die Knoten sind nun deine Helferlein, die dir ermöglichen, immer auf der selben Länge zu korrigieren bzw. zu loben, wenn dein Hund eben keinen Zug auf die Leine ausübt.

3. Es muss sich lohnen!

Ab heute solltest du anfangen, jeden und damit meine ich wirklich jeden Blickkontakt (auch im Freilauf!), den du auf dem Spaziergang mit deinem Hund bekommst, zu belohnen. Es muss nicht immer ein Leckerli sein, sondern auch ein liebes Wort oder ein kurzes streicheln, ein Spiel oder was auch immer deinem Hund gefällt und für ihn eine wahre Belohnung ist, eignet sich dafür.

Durch den Blickkontakt schulst du die Aufmerksamkeit deines Hundes. Da sich dieses Verhalten für ihn lohnt, wird er es auch öfter zeigen.

Mit dieser Ressource, der Aufmerksamkeit beginnen wir nun das eigentliche Training.

Leine deinen Hund an, bestimme welchen Spielraum er haben darf (wähle also deinen Knoten aus) und gehe erstmal locker los.

Ist die Leine locker und zwar ab dem ersten Schritt, solltest du ihn schon belohnen. Wenn du den ersten Schritt schon belohnen kannst, habt ihr den Spaziergang mit einem ersten Erfolg begonnen und startet mit einem guten Gefühl auf beiden Seiten. 

So fährst du auch weiterhin fort.

Immer, wenn dein Hund locker an der Leine läuft, darfst du ihn verbal und/oder auch mit einem Leckerli bestätigen.

Wichtig! Überrasche deinen Hund! Mal ist die Belohnung ein Leckerli, mal nur ein liebes Wort und manchmal ist auch der Jackpot drin und er bekommt eine ganze Hand voll Kekse! 

Wichtig! Belohne immer da, wo du deinen Hund haben möchtest, also am besten neben dir!

4. Zuppeln statt Rucken!

Gewalt hat in der Hundeerziehung nichts zu suchen und macht absolut keinen Sinn! Deswegen sehe ich davon ab, das Ziehen meines Hundes, mit einem Ruck an der Leine zu bestrafen. 

Was ich hingegen als effektiv und sinnvoll empfinde und dir somit sehr empfehlen kann, ist deinen Hund zu nerven und zwar durch ein Zuppeln.

  • Das Zuppeln

Wenn dein Hund an der Leine zieht, also der Karabiner sich hebt und du an deinem Knotenpunkt leichten Zug wahrnehmen kannst, fängst du an locker aus dem Handgelenkan, an der Leine zu Zuppeln. 

Wichtig!

Das Zuppeln fühlt sich in etwa so an, wie wenn du jemanden LEICHT am Ärmel ziehst oder anstuppst, weil du seine Aufmerksamkeit haben möchtest.

Genau dasselbe möchtest du von deinem Hund schließlich auch. Du möchtest seine Aufmerksamkeit, damit er mitbekommt, dass sein Verhalten (das Ziehen) unerwünscht ist.

Als Bild –  wie genau diese Korrektur funktioniert, möchte ich dir ein Beispiel geben. (ist übrigens vom lieben Jörg Müller, Tako bello Hundeschule)

Stell dir vor, du sitzt im Auto. 

Was machst du als erstes bevor du den Schlüssel umdrehst?

Du schnallst dich an.

Warum?

Ja, weil es sicher ist.

Aber was passiert, wenn du es nicht machst?

Genau, es piept!

Das Tolle ist, unser Zuppeln, macht genau dasselbe, wie die Automobilindustrie. Es nervt!

Heute denkst du bestimmt gar nicht mehr darüber nach, dass du dich anschnallst und selbst wenn du es mal vergisst, erinnert dich dein Auto durch das Piepen wieder daran. Das Tolle ist, du hast es in der Hand, dieses Piepen auszustellen.

Und Überraschung! Dein Hund hat genauso die Möglichkeit, das „Piepen“ hier natürlich das Zuppeln auszuschalten. Er geht einfach einen Schritt langsamer, bleibt stehen oder dreht sich um.

Als Bonus schenken wir unserem Hund sogar noch etwas, wenn er sein Verhalten ändert!

Er bekommt eine Belohnung!

Dabei solltest du nicht vergessen, dass diese Belohnung auch belohnend seien muss. Also mag dein Hund Futter, gib ihm Futter, steht er auf Spielzeug, gib ihm Spielzeug, ist er ein großer Schmuser, dann gib ihm Nähe usw. Es sollte sich für ihn lohnen, in deiner Nähe zu laufen.

Tipps:

  • Beginne in einer ruhigen Umgebung mit dem Training und steigere langsam die Ablenkung.
  • Wenn du mal einen schlechten Tag hast, oder die Situation noch zu schwer für deinen Hund, benutze ein Geschirr oder eine andere Leine bzw. Irgendein Zeichen, was deinem Hund signalisiert, dass jetzt Freizeit angesagt ist und nicht der Trainingsmodus. So macht ihr euch eure Trainingsfortschritte nicht kaputt. 
  • Natürlich kannst du auch immer ein Geschirr verwenden, dass ist ganz deinen Vorlieben überlassen und ändert nichts.
  • Anstatt zu Zuppeln kannst du auch immer Stehen bleiben, wenn dein Hund an der Leine zieht. Erfahrungsgemäß ist Zuppeln bei den meisten Hunden aber effektiver.

Bitte lesen:

Achtung! Das hier ist ein Ansatz für die Leinenführigkeit, den du ausprobieren kannst. Vergesse nicht, viele Wege führen nach Rom und manchmal braucht man auch einen Reiseleiter, der einem Wege vorschlägt. 

Wenn du Hilfe auf dem Weg zur lockeren Leine benötigst, kannst du dich gerne über mein Kontaktformular bei mir melden.

Bis dahin wünsche ich dir und deinem Hund, viele entspannte Spaziergänge!

Deine Sarah 🙂

Sei SMART – Wie du mit deinem Hund jedes Ziel erreichst!

Unser schönstes Trickziel !

Im Alltag mit unserem Hund stehen wir immer mal wieder vor erzieherischen Herausforderungen. Sei es die Leinenführigkeit, der Rückruf oder das Training für eine sportliche Prüfung, wie die Begleithundeprüfung.

Wir setzten uns Ziele, die wir mit unserem Hund im Laufe seines Lebens erreichen möchten.

Aber was sind Ziele eigentlich? Woher kommen sie? Wie definiere ich ein Ziel? Und wie erreiche ich meine Ziele?

Was ist ein Ziel?

Ein Ziel ist etwas, worauf jemandes Handeln, Tun o. Ä. ganz bewusst gerichtet ist, was jemand als Sinn und Zweck, angestrebtes Ergebnis seines Handelns, Tuns zu erreichen sucht.

Einfacher gesagt: ein Ziel ist etwas, worauf man mit einer bestimmten Absicht hinarbeitet. Man handelt und denkt in dem Bewusstsein, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.

Woher kommt ein Ziel?

Ziele entstehen meistens aus einer Motivation heraus. Diese kann intrinsisch (von Innen heraus) oder extrinsisch (von außen beeinflusst) entstehen. 

Beispiel: 

Ich möchte, dass mein Hund sicher auf den Rückruf hört, weil ich Angst habe, dass ich ihn sonst verliere, er überfahren wird etc. (intrinsisch).

Ich möchte, dass mein Hund mich immer anschaut, wenn er im Fuß läuft, weil es so für die Begleithundeprüfung erwünscht ist (extrinsisch).

Natürlich spielen unsere Gedanken und Gefühle dabei eine entscheidende Rolle.

Bewerten wir unser Ziel als unwichtig oder weniger wichtig als andere Dinge, erreichen wir unser Ziel gar nicht oder in abgeschwächter Form.

Wie definiere ich ein Ziel?

Nun es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Ziel zu definieren. Persönlich würde ich dir jedoch raten, es nach der SMART Methode zu tun. 

S-spezifisch

M-messbar

A-attraktiv

R-realistisch

T-terminiert

Spezifisch

Dein Ziel sollte konkret sein, ein klares Bild was du vor Augen hast. Frage dich:

„Wie soll mein Ergebnis ganz genau aussehen?“

Beispiel: Leinenführigkeit 

„Ich möchte das mein Hund schön an der Leine gehen kann.“ (Falsch! Das ist ein Wunsch)

„Mein Ziel ist es, dass mein Hund an locker hängender Leine läuft. Der Karabiner soll sich nicht heben, es soll zu keinem Zeitpunkt Spannung auf der Leine sein. Mein Hund achtet auf mich. Wenn ich stehen bleibe, bleibt er auch stehen. Wenn ich anlaufe läuft er zugleich mit. Wenn ich die Richtung wechsel, geht er sofort in dieselbe.“ (Ziel!)

Messbar

Frage dich: „Woran merke ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?“

Erstelle dir deine eigene Prüfungssituation oder gehe zu einer Prüfung, falls es möglich ist.

Beispiel: Leinenführigkeit 

Eigene Prüfung: Ich gehe mit meinem Hund samstags durch die Innenstadt und er läuft so oder besser, wie ich es mir vorher spezifisch definiert habe.

Gestellte Prüfung: Ich laufe die Begleithundeprüfung mit meinem Hund und bekomme ein „Vorzüglich“ für die Leinenführigkeit. 

(Das hier sind Beispiele, die je nach Zieldefinition individuell abweichen. Jedes Mensch-Hund-Team hat andere Prioritäten im Leben!)

Attraktiv 

Ich bin ein großer Fan von Visualisierung und kann es dir von ganzem Herzen empfehlen.

Stelle dir dein Ziel vor deinem inneren Auge vor.

Frage dich, wie es aussieht, welche Emotionen sind damit verbunden, wer ist bei dir, was denkst du und was fühlst du in dem Moment, wo du dein Ziel erreicht hast.

Du kannst deine Visualisierung in Form einer Meditation machen und/oder es als Tagebucheintrag für die Zukunft aufschreiben. Unser Gehirn arbeitet gerne mit Bildern und kann sie sich besser einprägen.

Realistisch 

Ganz wichtig! Sei ehrlich mit dir selbst und mit deinem Hund. Dein Ziel darf ruhig hochgesteckt sein. Es sollte dich aber auch nicht überfordern. 

Beispiel (übertrieben): Du hast dir einen Hund aus dem Tierschutz geholt, der noch nie an der Leine lief und baust gerade erst eine Bindung zu ihm auf. Dein Ziel ist es, in einem Monat die Begleithundeprüfung zu bestehen. Ihr übt fleißig und habt erste Erfolge, trotzdem ist dein Hund in der Prüfung überfordert und ihr werdet disqualifiziert. 

Solche Erlebnisse mögen uns nicht immer aufhalten, trotzdem frustrieren sie uns und wir verbinden die Zielsetzung mit negativen Gefühlen z.B Scham, Angst, Traurigkeit.

Setzte dir also ein erreichbares Ziel. Auch kannst du dir ein hohes Ziel setzten und dieses in kleine Miniziele zerlegen. So hast du in kleineren Abständen Erfolgserlebnisse, bleibst motiviert und erreichst am Ende dein großes Ziel!

Terminiert

Ohne Zeitplan geht es nicht. Stell dir vor, du hättest zu Schulzeiten keine zeitliche Begrenzung für deine Hausaufgaben gehabt. Hättest du sie je gemacht? Eher nicht!

Setzte dir also eine Deadline. Am besten erzählst du sogar noch Familie und Freunden von dieser Deadline oder meldest dich wirklich zu einer Prüfung, einem Turnier etc. an. Du kannst dir auch einen Spinning Partner suchen, der auf einem ähnlichen Leistungsstand wie du und dein Hund ist. So könnt ihr gemeinsam Schritt für Schritt eure Ziele erreichen und euch gegenseitig überprüfen.

Wie erreiche ich meine Ziele?

Es gibt drei Dinge die du befolgen kannst:

  1. Schreibe dir dein Ziel nach der SMART Methode auf
  2. Suche dir Gleichgesinnte. Finde deinen Spinning Partner. Facebook, Instagram und Co eröffnen dir sogar die Möglichkeit, es weltweit zu tun!
  3. Reflektiere dich, wenn etwas schief läuft, aber vor allem, wenn du dein Ziel erreichst. Schreibe dir auf: Warum lief etwas gut oder schlecht?Was hat mich motiviert? Wer hat mich motiviert? Wie bin ich vorgegangen?

Ein Trainingstagebuch ist dabei Goldwert 😉

Bei Allem vergesse nie den Spaß, den du mit deinem Hund hast! Zu viel Ehrgeiz ist weder gut für deinen Hund, noch für dich selbst.

Bleib LOCKER !

Viel Spaß beim Ziele erreichen!

Deine Sarah

Ganz einfach „Schämen“ – Wie du deinem Hund den Trick „Schäm dich“ beibringst in 3 einfachen Schritten

„Schäm dich!“

Ein Trick der alle Herzen zum schmelzen bringt, oder? 

Doch wie schaffe ich, dass mein Hund diese, für ihn doch sehr unnatürliche Bewegung ausführt. 

Bei fast allen meinen Tricks bediene ich mich meinem 3 Punkte-Trainingsplan.

move – repeat – combine 

Schritt 1 – Move

Wichtig ist, dass dein Hund die Bewegung für den neuen Trick kennenlernt. Dies gilt für jeden neuen Trick den du ihm bei bringst. 

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. 

  1. Aktiv deinen Hund in die Bewegung führen. 
  2. Deinen Hund aktiv werden lassen, um sich auszuprobieren (Versuch und Irrtum)
Klebestreifen knapp unter die Augen und oberhalb der Schnauze kleben

Ich arbeite gerne mit der 2. Methode, einfach aus dem Grund, dass es einfacher ist ein Verhalten zu festigen, welches dein Hund freiwillig zeigt, ganz ohne Zwang.

Nun aber zu unserem Trick:

Damit dein Hund seine Pfote über die Nase legt, müssen wir einen Reiz erzeugen, der ihn dazu bringt. Dafür verwenden wir einen Klebestreifen, den wir oberhalb der Schnauze festdrücken. 

Jetzt wartest du bis dein Hund auf den Reiz reagiert und ins „move“ kommt. 

Sobald dein Hund seine Pfote in Richtung Nase hebt, lobst du ihn und zwar so, als hätte er nicht nur einen Klebestreifen von seiner Nase gewischt, sondern mindestens die Weltmeisterschaft damit gewonnen 😉

Schritt 2 – Repeat

Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung lautet die Devise. Pi mal Daumen führst du Schritt 1 entwa 5x aus und machst dann eine Pause von ca. 15 min und wiederholst ihn nochmal. In der Regel solltest du so lange in Schritt 2 bleiben, bis dein Hund IMMER die gleiche Bewegung ausführt, wenn der Klebestreifen auf der Nase klebt. Erst dann kommt Schritt 3.

Ich benutzte ganz gerne den Clicker und Trockenfutter als Belohnung. Natürlich gibt es aber immer einen Jackpot in Form von Leberwurst!

Schritt 3 – Combine 

Sagt euch der Name Pawlow noch was? Genau, das war der Typ mit der Glocke und den sabbernden Hunden im Labor! Wir machen es jetzt ganz genauso!

Dein Hund kennt jetzt den Klebestreifen, als bekannten Reiz. Darauf folgt immer dieselbe Reaktion, nämlich die Pfote über die Nase legen. 

Jetzt bauen wir genau wie der gute Herr Pawlow vor geraumer Zeit noch einen neuen Unbekannten Reiz ein und zwar unser Kommando.

Achtung: Es gilt immer Unbekanntes vor Bekanntem! Das bedeutet du gibst das neue Kommando „Schäm dich“, erst dann drückst du deinem Hund den Klebestreifen auf die Nase. Damit nun unser „Schäm dich“ den Klebestreifen komplett ersetzt, muss eine kleine Pause von ungefähr 2-3 Sekunden zwischen beiden Reizen stattfinden.

Diese kleine Pause kannst du nach einigen Wiederholungen verlängern, um zu überprüfen, ob dein Hund schon ohne Klebestreifen, auf die Idee kommt seine Pfote über die Nase zu legen. Ist dies der Fall, ist natürlich Party angesagt! Leckerli, Streicheleinheiten etc. denn dein Hund hat nun einen neuen Trick gelernt!

Was mache ich, wenn mein Hund trotz Klebestreifen, seine Pfote nicht über die Nase legt?

Du kannst versuchen den Klebestreifen an eine Stelle auf dem Kopf zu kleben, oder einen Post It verwenden. 

Natürlich führe viele Wege nach Rom. Du kannst selbst überlegen, wie du die Reaktion bei deinem Hund auslösen kannst 😉

Wie schaffe ich, dass mein Hund seine Pfote länger auf der Nase hält?

Üben, üben, üben. Damit dein Hund ein Verhalten länger ausführt, musst du die Belohnung nach und nach verzögern. 

Hat dein Hund gerade die Pfote auf der Nase, sagst du z.B sowas wie „fein“ gibst ihm aber noch keine Belohnung. Er wird dann versuchen, es nochmal zu machen und meisten versuchen unsere Hunde es dann auch besonders gut und deutlich zu machen, also auch länger. Jede Sekunde ist ein Gewinn, also bleib einfach dran und steigere die Zeit immer und immer wieder.

Jetzt wünsche ich dir und deiner Fellnase ganz viel Spaß beim Tricksen!

Vielleicht studierst du den Trick ja für Weihnachten ein und zeigst ihn deiner Familie! <3

Liebe Grüße und noch eine schöne Vorweihnachtszeit wünschen 

Sarah und das Wuschelkind  😉 

5 Tipps für weniger Müll und mehr Spaß auf eurer Gassirunde

Wir sammeln 1x täglich auf unserer Gassirunde Müll

 

„Bist du dir sicher, dass du Nala hier laufen lassen möchtest? Da liegt so viel Müll und Glas am Rheinufer!“

Kennt ihr dieses Problem? Wir als Hundebesitzer aber auch Eltern mit kleinen Kindern, ärgern uns wohl am meisten über herumliegenden Müll. Trotzdem gibt es nur wenige, die wirklich handeln. Doch gerade wir Hundebesitzer, können und sollten uns nicht ärgern, sondern aktiv etwas ändern!

Dogs for nature ist eine tolle Aktion, die von Kate Kitchenham stammt.

Die Idee: Müll sammeln beim Gassigehen.


Inspiriert durch diese wundervolle Idee, habe ich für dich 5 Tipps, wie du mit deinem Hund, die Gassi-Route Müllfrei bekommst und dabei sogar Spaß hast!

 

  1. Kleinvieh macht auch Mist

Es muss nicht jeder gleich die Müllabfuhr spielen. Fange klein an und entwickelt eine Routine auf eurer Gassirunde. Zu Beginn würde ich dir raten, einen Abschnitt auf deiner Runde zu wählen, wo dich der Müll besonders stört. Dort ist die Motivation größer etwas wegzuräumen, als eine Strecke, wo du nach jedem Schnipsel suchen musst.

  1. Equipment

Ich weiß es ist ekelig Müll von Anderen zu sammeln. Um nicht mit der eigenen Hand im Müll zu wühlen, empfehle ich dir, einen Handschuh mitzunehmen. Vielleicht einen alten Gartenhandschuh. Ich benutzte auch gerne einen Kotbeutel, den habe ich immer dabei und kann sogar ganz spontan Müll sammeln.

  1. Just for Fun

Warum nicht ein tolles Spiel daraus machen? Nala liebt es als kleiner Detektiv nach Dingen auf dem Boden zu suchen. Hierbei ist es sinnvoll, mit einem Kommando deinen Hund aufzufordern, bestimmte Dinge zu apportieren oder mit einer passiven Anzeige zu arbeiten, damit dein Hund nichts Giftiges oder Scharfes ins Maul nimmt. Passiv bedeutet, dass dein Hund dir den Gegenstand nicht bringt, sondern durch Sitz oder Platz anzeigt.

Werde kreativ und lasse dir dein eigenes Spiel zum Umweltschutz einfallen!

  1. Gemeinsam sind wir stark!

Suche dir Gleichgesinnte! Gemeinsam mit Freunden macht die Gassirunde doch viel mehr Spaß. Verabredet euch zum Spazieren gehen und werdet ein ganzes Dogs for nature Team. Vielleicht hast du Lust auf Facebook, Instagram und Co. von deiner Aktion zu berichten. So findest du in deiner Nähe ein Team, mit dem du gemeinsam dem Müll den Kampf ansagen kannst.

  1. Aufklären

Hab den Mut und sprich Leute an, die etwas „fallen lassen“. Manchmal ist es vielleicht wirklich ein Versehen. Wem ist noch nie etwas aus der Tasche gefallen? Selbst wenn nicht, solltest du einfach freundlich bleiben und etwas sagen wie: „Entschuldigung, haben sie das verloren?“. Glaubt mir, spätestens nachdem ihr es ansprecht, hebt derjenige seinen Mist selber auf und bringt ihn zum Mülleimer.


Als Hundehalter stehen wir in der Verantwortung unserer Hunde und somit auch der Natur. Selber aktiv etwas für den Umwelt -und Naturschutz zu tun, liegt mir daher am Herzen! Warum also nicht gleich auf der Gassirunde damit anfangen?

Wenn dir diese Idee gefällt und du jetzt gemeinsam mit deinem Hund, dem Müll den Kampf ansagen willst, dann mach doch bei meiner 30-Tage-dogsforNature-Challenge auf Instagram mit!

Oder vielleicht hast du selbst eine kreative Idee, wie du gemeinsam mit deinem Hund die Welt ein klein wenig besser machen kannst und startest deine eigene Challenge!

Egal was und wie viel wir für unsere Umwelt tun, etwas zu tun ist immer besser als gar nichts zu tun!

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Fantasie beim Umsetzten,

Deine Sarah 😉

3 Routinen für mehr Gelassenheit im Hundealltag

Gelassenheit. Wünschen wir uns das nicht alle? Nicht nur wir selbst sehnen uns im stressigen Alltag nach innerer Ruhe, sondern auch unser Fellnasen sind große Fans davon. In Günther Blochs Buch „Pizzahunde*„[Affliate-Werbe-Links] beschrieb er, dass der Tagesablauf von einem Hund, der nicht mit Menschen zusammenlebt, aus 48%-50% Schlaf besteht. Unsere Hunde sind also echte Schlafmützen? Jein!

Der Alltag, das schnelle, berauschende Leben und natürlich auch unser eigenes Mindset sorgt dafür, dass unsere Hunde immer gestresster werden. Sie passen sich uns an! Um dem Ganzen etwas entgegen zu wirken, habe ich euch meine 3 Top Routinen zusammengestellt, die euch helfen mehr Ruhe und Gelassenheit in euren Alltag und somit auch in den Alltag eures Hundes zu integrieren.

1. Die Stand-by Übung

Eine meiner lieblings Rituale und absolut empfehlenswert! Bei der Übung sitzt du entweder auf einem Stuhl und dein Hund sitzt oder steht zwischen deinen Beinen (würde ich bei unruhigen Hunden empfehlen) oder du machst es dir auf einem Kissen oder einer Decken auf dem Boden bequem und deine Fellnase liegt mit dem Rücken zu dir. Jetzt beginnst du ganz langsam deinen Hund mit beiden Händen, von oben nach unten zu streicheln. Wichtig ist, dass immer eine Hand am Hund bleibt, wenn du unten angekommen bist. Ansonsten bleibt die Bewegung stets parallel. Am besten praktiziert ihr dieses Ritual in gewohnter Umgebung. Übrigens sind 5-10 Minuten pro Tag völlig ausreichend!

2. Ätherische Öle

Mittlerweile nicht mehr aus meinem Alltag weg zu denken ist mein Aroma Diffuser[Affliate-Werbe-Links]! Glücklicherweise sieht es mein Hund nicht anders, denn Studien an Labormäusen fanden heraus, dass Aroma Öle eine entspannende sowie beruhigende Wirkung auf den Organismus haben. Meine Favoriten unter den Düften sind übrigens Lavendel, Sandelholz und eine spezielle Yoga-Mischung mit Orange und Zimt.

3. Wechsel Atmung

Es klingt am Anfang komisch, aber unser eigenes Mindset steuert unseren Hund. Sind wir gestresst ist er es auch! Bei der Wechselatmung, atmest du abwechselnd erst durch das rechte, dann durch das linke Nasenloch. Diese Atemtechnik kommt aus dem Yoga und sorgt für innere Ruhe und Reinigung. Du kannst sie immer dann anwenden, wenn du gestresst bist und vor hast mit deinem Hund spazieren zu gehen. Oder auch während des Spaziergangs, vielleicht nach einer blöden Hundebegegnung. Es dient dazu, dich zu beruhigen, um wieder schneller eine entspannte Haltung einzunehmen und dadurch deinem Hund, Ruhe und Sicherheit vermitteln zu können. Ein anschauliches Video findest du dazu übrigens hier.

Jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß und vor allem Ruhe und Gelassenheit beim Ausprobieren!

Liebe Grüße

Eure Sarah 😉